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Abschied von MS "LAMARA"

„Lamara“, die "Stolze Alte Dame“, das „Wahrzeichen am Baaber Bollwerk“ wie sie oft genannt wurde, geht ihrem Ende in der Fahrgastschifffahrt entgegen. Mit ihren 57 Jahren geht damit auch eine Legende zu Ende.

Ein viertel Jahr dauerte es vom Wassereinbruch im Maschinenraum bis zur Erkenntnis, dass die Reparatur des Havarieschadens, mit diversen weiteren Verschleißreparaturen in keinem vertretbaren wirtschaftlichen Verhältnis zur Wiederaufnahme des Schiffsbetriebes stehen.

Erst musste ich, nach aufwändigen Rettungsmaßnahmen vieler Feuerwehren, THW und Taucher, am Ort des Geschehens warten bis ein Liegeplatz an der Werft frei wurde. Dann dauerte es seine Zeit, bis die „Lamara“ an Land aufgebockt werden konnte. Schließlich musste ein gemeinsamer Termin für Experten und Begutachter gefunden werden. Um ein weiteres Vorgehen zu bestimmen, brauchten die Behörden wiederum ihre Zeit, mit dem Ergebnis, noch weiter zu untersuchen und zu befunden. So zogen Wochen und Monate durchs Land  in der „viel Wasser den Rhein hinunter floss“ (Sprichwort aus meiner alten Heimat).

In dieser Zeit, in der viele Gerüchte und die unheimlichsten Horrorgeschichten um sich griffen, wurde jeder Tag für mich zur Zerreißprobe. Dadurch wurde der Tag der bitteren Erkenntnis, andererseits auch zu einer Befreiung für mich.

Als ich im Jahre 2003 die  „Lamara“ erwarb, musste ich viel Schweiß und Zeit aufwenden um dem damals sehr vernachlässigten Schiff wieder ein stolzes Antlitz zu verleihen. Die Anerkennung vieler Urlauber und auch von Einheimischen gaben mir immer wieder die nötige Kraft meinen eingeschlagenen Weg beizubehalten.
Als ich vor zwei Jahren in den Salons den Bodenbelag und sämtliche Polsterungen selbst erneuerte, konnte ich nicht ahnen, dass heute meiner Leidenschaft zu meinem Schiff ein jähes Ende gesetzt wird.

Ich danke all den Freunden, Urlaubern und Geschäftspartnern, die mir bisher zahlreich ihr Bedauern zum Ausdruck brachten und mir viel Glück für die Zukunft wünschten.
Mein Dank gilt auch den Einsatzkräften, die am 12. Mai 2016 bis spät in die Nacht hinein heldenhaft die „Lamara“  über Wasser hielten.

Einen besonderen Dank an die kleine Gemeinde am Baaber Bollwerk die in „fröhlicher Runde“ mir stets durch ihre ganz besondere Art und Weise ihre Anerkennung für mich und die „Lamara“ zum Ausdruck brachten.

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